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Impressionen des ACCEPT Konzerts in Geiselwind – 29. 01. 2011

ACCEPT – Geiselwind – 29. 01. 2011
Support: STEELWING, HELLRIDE

Wer denkt, dass ACCEPT ohne Udo Dirkschneider nicht funktionieren, liegt so was von auf dem Holzweg… Schon die Comeback- Scheibe „Blood Of The Nations“ (2010) überzeugte auf ganze Linie. Jetzt galt es nur noch auch Live zu beweisen, dass man immer noch zum Besten gehört, was Metal aus deutschen Lande zu bieten hat. Wer bei der aktuellen Tour nicht dabei ist/war, dürfte sich jetzt im Arsch beißen, denn, was die teutonische Metal-Institution Anno 2011 live darbieten ist derart intensiv und fantastisch, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Aber erstmal der Reihe nach…

Bei winterlichen, sehr ungemütlichen Temperaturen machte ich mich mit ein paar Freunden am 29. Januar nach Geiselwind um zusammen mit weiteren 2600 Fans einen Abend der Superlativen beizuwohnen.

HELLRIDE

HELLRIDE

Nachdem der Vorverkauf so gut lief, entschied sich der Veranstalter, neben der offizielle Vorgruppe STEELWING, noch eine Band gastieren zu lassen. Diese Ehre gebührte den Nürnberger HELLRIDE, die nur mit zwei akustischen Gitarren bewaffnet einige Metal-Gassenhauer in einer zwar ungewöhnlichen, aber dafür sehr unterhaltsamen Unplugged-Version zum Besten gaben… Nicht jeder durfte gefallen daran gehabt haben (Nörglern gibt es sowieso genug), aber mir machte es viel Spaß bekannte Songs so zu hören. Vor allem muss man den Sänger einer sehr guten Stimme attestieren, die sich je nach Song ziemlich nahe an der Originalen bewegte. Songs wie „Indians“ (Anthrax), „Ripper“ (Judas Priest), „For Whom The Bell Tolls“ (Metallica), „Heaven & Hell“ (Black Sabbath), “Stand Up And Shout” (Dio), “Helloweed By thy Name” (Iron Maiden) und “Ace Of Spades” (Motörhead) kennt eh fast jeder und mit so eine Auswahl kann man, meiner bescheidenen Meinung nach, auch wirklich nicht viel falsch machen! Mit einem ordentlichen Applaus wurde das Trio verdientermaßen dann auch verabschiedet.

STEELWING

STEELWING

Über die Qualität der schwedischen Newcomer STEELWING konnte ich mich bereits letztes Jahr auf den Keep It True Festival überzeugen, und auch als Vorgruppe von ACCEPT, erfüllten sie allen meine Erwartungen. Viele durften sie noch nicht gekannt haben, aber ich bin mir sicher, dass die Jungs im Laufe des Abends und der laufenden Tour einige neue Fans dazu buchen könnten. Mit Ihrem Iron Maiden/Judas Priest-Touch schaffte der Fünfer die Zuschauer sofort in ihren Bann zu ziehen. Hammer! Die jungen Skandinavier zeigten sich dynamisch und voller Tatendrang. Nicht nur was der Sound angeht erinnerten sie an die legendären Jungfrauen und Priester, sondern auch optisch: Spandex-Hosen, Kutten und natürlich lange Haare. Der Sänger haute mit seiner an Dickinson angelehnte Stimme und mit seiner Bühnenpräsenz (eine gesunde Portion Arroganz und jede Menge Selbstvertrauen) einen regelrecht um. Auch der Rest der Truppe lebte den Metal in vollen Zügen: es wurde gepost und gerifft bis zum abwinken. Zu hören gab es natürlich Material vom aktuellen Debut-Album „Lord Of The Wasteland“ und einen neuen Song namens „Alienation“. Songs wie „Headhunter“, Roadkill“, „Nightwatcher“ oder das grandiose „Sentinel Hill“ kamen Live noch stärker als auf CD rüber. Die ersten Reihen ließen sich von der Spielfreude und Energie-versprühenden Show mitreißen, grölten und headbangten fröhlich mit und feierten die Schweden letztendlich laut ab.

ACCEPT

ACCEPT

Dann war es soweit: Punkt 21:30 betrat die deutsche Metal-Legende die Bühne!
Nach kurzem Intro legten ACCEPT mit „Teutonic Terror“, furios los, gefolgt vom ebenfalls aktuellen Track „Bucket Full Of Hate“. Manche würden es gewagt nennen, gleich mit 2 neue Songs einen Konzert zu beginnen, jedoch war die Menge sofort aus dem Häuschen und empfang den Herren Hofmann, Baltes, Frank, Schwarzmann und Neuzugang Tornillo voller Begeisterung. Die Hits ließen selbstverständlich nicht lange auf sich warten und so kam man zum Genuß dreier Klassiker in Form von „Starlight“, „Lovechild“ und den unkaputtbaren „Breaker“. Was für ein Fest! Zu Tornillo muss man sagen, dass er, nach anfänglicher Unsicherheit immer besser wurde und mit absoluter Bravour seine Rolle als neuer Frontmann der Solinger Metall-Schmiede meisterte. Auch stimmlich konnte er durch Abwechslung und breiten

Volumen-Umfang voll Punkten: Udo Dirkscheneider, auch wenn ein Unikat, wurde definitiv von der Mehrheit nicht vermisst, und dass soll was heißen! Von der restlichen Mannschaft bekam man auch das geboten was man erwartet hätte: genialen Soli, TwinGuitars, groveende Bassläufe, martialische Drumming. Da können all die HammerFalls dieser Erde einpacken! Dazu wussten die Herren mit parallelem Gitarren-Schwingen, posen und Headbangen dasPublikum bestens zu unterhalten. Auch wenn manches wie am Reißbrett durchstudiert schien, merkte man, dass Wolf und Co. riesigen Spaß.

ACCEPT

ACCEPT

Zurück aber zur Musik: gerade nach 30 Minuten, nachdem ein weiterer neuer Song, „New World Coming“, präsentiert wurde, ertönte der Überhit „Restless And Wild“. Bei der Fülle an Hits, kann man sich so was schon mal erlauben! „Son Of A Bitch“, „London Leather Boys“ und meinen absoluten Favorit „Metal Heart“ wurden hinterher geschoben. Herr Wolf durfte bei der weltberühmten Erkennungsmelodie die Aufmerksamkeit natürlich für sich alleine beanspruchen. Wahnsinn, wie der Mann seine Gitarre bearbeitet!

Egal was noch kam, jeder Song, jede Bewegung, jede Ansage war ein Volltreffer! Genial „Bulletproof“ (mit genialen Bass-Gitarren-Duell), atemberaubend „Princess Of The Dawn“, heiß die letzte Nummer des regulären Sets „Burning“. Klar, dass noch was fehlte, und dass die Herren niemals die Bühne ohne den obligatorischen „Fast As A Shark“ und „Balls To The Wall“ verlassen würden war eh logisch. Dazwischen noch schnell der Knaller „Pandemonic“ reingeschoben und fertig war der Zugabenblock.
Nach 2 Stunden (!) endete das Spektakel und man sah nur zufriedenen Gesichter. Erwähnenswert, dass die Herren Musiker danach selber am MerchStand präsent waren und fleißig Autogramme gaben, sich fotografieren ließen und noch Zeit für einen Pläuschen hatten.

Setlist: Accept

• Teutonic Terror
• Bucket Full Of Hate
• Starlight
• Lovechild
• Breaker
• New World Coming
• Restless
• Son Of A Bitch
• London Leather Boys
• Metal Heart
• Neon Nights
• Bulletproof
• Loosers And Winners
• Aiming High
• Princess Of The Dawn
• Up To The Limit
• No Shelter
• Burning
• Fast as Shark
• Pandemic
• Balls To The Walls

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