Forum Rothenburg - Das Kino in Rothenburg ob der Tauber

Im Forum Rothenburg: Regisseur Marcus H. Rosenmüller stellte seinen Film “Sommer der Gaukler” vor

Seit gestern läuft in den deutschen Kinos die Komödie „Sommer der Gaukler“, die von der historischen Begegnung des Emanuel Schikaneder mit Mozart im Jahre 1780 erzählt.

Im Rahmen seiner Bayern-Tour war Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller (u.a. Wer früher stirbst ist länger tot, Sommer in Orange) zu Gast im Rothenburger Kino Forum Rothenburg und stand uns bei einem Interview Rede & Antwort.

2006 hatten Sie mit Ihrem Film “Wer früher stirbt, ist länger tot” einen Riesenerfolg und zahlreiche Preise dafür erhalten. Nun kommt mit “Sommer der Gaukler” Ihr achter Film in die Kinos: Eine Komödie, die 1780 spielt. Was reizte Sie an dieser Geschichte und Zeit?

Marcus H. Rosenmüller im Forum Rothenburg

Marucs H. Rosenmüller: Ich durfte schon viele verschiedene Filme drehen. Glücklicherweise bekomme ich viele Drehbücher angeboten und kann mich mit vielen Themen beschäftigen. Bei dem Drehbuch zu „Sommer der Gaukler“ war es unter anderem der Aspekt, dass mich der Charakter des Schikaneder sofort überzeugt hat. Persönlich bin ich ein großer Fan von Danny Kaye oder Gérard Depardieu Filmen – schwungvolle Mittelalterfilme, bei denen gereimt wurde und die Geschichten immer mit einem Augenzwinkern erzählt wurden.
Bei dem Drehbuch zu „Sommer der Gaukler“ habe ich dann gemerkt, ich könnte das Ganze einmal lustvoll inszenieren, die Schauspieler in entsprechende Kostüme und Maske schmeißen und ein tolles Bühnenbild zaubern. Wir hatten die besten Masken- und Kostümbildner mit dabei und es machte uns allen richtig Spaß, einmal in das 18. Jahrhundert einzutauchen.

Wenn Sie “Sommer der Gaukler” in drei, vier Sätzen vorstellen könnten. Wie würden diese lauten?

Marucs H. Rosenmüller: Es geht in dem Film um die lustvolle Reise des Emanuel Schikaneder, Mozarts Librettist, der mit seinem Theaterensemble unbedingt von Nürnberg nach Salzburg möchte um Mozart kennenzulernen und zusammen mit ihm auf der Bühne zu stehen.

Auf dem Weg dorthin bleibt er allerdings in einem Bauerndorf hängen, da er keine Spielgenehmigung bekommt und trifft auf eine Masse von frustrierten Bergwerksarbeitern. Und wie es der Zufall so möchte, auch auf Mozart – der Spaß beginnt!

Im Film dreht sich viel um das Theater. Wie stehen Sie selbst dazu?

Marucs H. Rosenmüller: Theater ist eine grandiose Form von Kunst und vom Geschichten erzählen. Es eine ganz andere Wirkung, da das Publikum mehr gefordert wird. Im Kino kann man sich zurück lehnen und wird „bedient“, wobei man im Theater als Zuschauer aktiv mit dabei sein muss um das Vorgeführte auch zu verstehen.

In unserem Film „Sommer der Gaukler“ spielt in der dritten Hauptrolle Nicolas Ofczarek aus dem Wiener Burgtheater, einer der großen Theaterschauspieler unserer Zeit. Was der auf der Bühne im Film leistet ist schon enorm und ist eine Ehre für uns als Team gewesen.

Der Film beginnt nicht weit von hier, in Nürnberg. Wurde auch dort gedreht?

Marucs H. Rosenmüller: Nein, historisch spielt die Szene zwar im Nürnberger Theater, aber dort gibt es kein vergleichbares Theater mehr. Es gibt in Europa nur noch zwei Barock-Theater. Das eine ist in Stockholm, das andere in Tschechien, wo wir auch gedreht haben. Ein wunderbares Theater. Als wir in das Theater gekommen sind, haben wir die Lust am Theater direkt gespürt und es hat uns sehr viel Freude bereitet dort spielen zu dürfen.

v.l.n.r. Max v.Thun, Lisa Maria Potthoff. Anna Maria Sturm, Nicholas Ofczarek, Maxi Schafroth

Sie selbst stammen aus Oberbayern. Ist dies der Hauptgrund für Ihre modernen Heimatfilme oder gefallen Ihnen die bayerischen Geschichten einfach nur so gut?

Marucs H. Rosenmüller: Also die Geschichten sind immer das wichtigste, das Thema des Films muss mich als Regisseur interessieren. Ich habe mich nie als Heimatfilmer gesehen, aber ich habe es auch nie abgelehnt, meine Heimat mit in meine Filme einzubeziehen. Der Straubinger Schikaneder reist halt nach Salzburg und kommt an einem Bauerndorf vorbei – da kann ich ihn einfach nicht hochdeutsch reden lassen.
Die österreichischen Filme waren meine Vorbilder. Ob dies Hinterholz 8 oder Indien waren, die haben skurrilen Humor, den man kaum noch findet. Bayerische Serien wie Irgendwo und sowieso, Münchner Geschichten oder Monaco Franze, die haben immer etwas Schmäh gehabt und sich selbst nicht wichtig genommen. Im Fußballverein haben wir die ganzen Szenen auswendig gekonnt, da dachte ich mir „Wieso sollte das nicht hinhauen?“

Im Vorspann des Films “Wer früher stirbt ist länger tot” wurde Ihr Initial H für Ihre Heimatgemeinde Hausham hergenommen. Ist dies eine einmalige Aktion, oder treten Sie selbst inzwischen mit diesem Zweitnamen auf?

Marucs H. Rosenmüller: Ich habe keinen zweiten Namen, aber da es einen weiteren Regisseur mit dem Namen Marcus Rosemüller gibt, mussten wir uns etwas überlegen und haben das Hausham dazugedichtet. Im Grunde dient es nur zur Unterscheidung der beiden Regisseure.

8 Filme in 5 Jahren und der Zweite für dieses Jahr – wie sieht es mit Urlaub aus?

Marucs H. Rosenmüller: Ich mache hin und wieder Urlaub, zwar keine ganz langen aber zwei Wochen am Stück sind es schon. Dieses Jahr war ich sogar zweimal im Urlaub: Auf La Gomera und in Frankreich.

Das Schöne ist, dass ich das arbeiten so sehr mag. Ich sehe es nicht als Pflicht, sondern finde es toll Geschichten erzählen zu dürfen. Und ich habe das Glück, dass ich sehr viele Freunde mit im Team habe, was das Ganze zu einem großen Spaß während der Dreharbeiten werden lässt.

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