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	<title>neuneins.de &#187; Heiko Somorowsky</title>
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	<description>Das Online-Magazin für Rothenburg &#38; Umgebung</description>
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		<title>Kitzingen &#8211; eine sterbende Kleinstadt!?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 20:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Somorowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Innenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Kitzingen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#196;hnlich wie in Rothenburg stirbt auch die Kitzinger Innenstadt langsam aus. Gesch&#228;ftsmann Heiko Somorowsky gibt in einem Gastbeitrag einen &#220;berblick.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder drei Gesch&#228;fte weniger. Drei Einzelh&#228;ndler haben zum Jahreswechsel aufgegeben. Aber am besten fange ich erst einmal vorne an, wie es sich geh&#246;rt.</p>
<p>Ich selbst bin ein Ur-Kitzinger. Zwar erst 30 Jahre jung, aber bis auf einige Monate Wehrdienst habe ich mein Leben immer in Kitzingen verbracht. Angefangen vom Kindergarten in der Innenstadt, &#252;ber die Einkaufstouren mit meiner Oma, wo einem die freundlichen Metzgereiverk&#228;uferinnen noch ein St&#252;ck Gelbwurst zum &#8220;Anf&#252;ttern&#8221; geschenkt haben bis hin zur Grundschulzeit in der Kitzinger Siedlung und dem Abitur im st&#228;dtischen AKG Gymnasium.</p>
<div id="attachment_3233" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-3233 " title="Gesch&#228;ftesterben Kitzingen" src="http://neuneins.de/wp-content/uploads/2010/02/geschaeftesterben-kitzingen.jpg" alt="" width="580" height="435" /><p class="wp-caption-text">Wie in Rothenburg stehen auch in Kitzingen viele Gesch&#228;fte leer. (Foto: hisky.de)</p></div>
<p>Da mein Vater seit 1973 ein Einzelhandelsgesch&#228;ft in Kitzingen bertreibt, habe ich nat&#252;rlich immer live mitbekommen, wenn Ver&#228;nderungen anstehen.</p>
<p>Es fing eigentlich damit an, dass ein Baumarkt auf der &#8220;gr&#252;nen Wiese&#8221; au&#223;erhalb der Stadt er&#246;ffnet hatte. Dieser verkaufte neben Baustoffen nat&#252;rlich auch Leuchtmittel, Batterien und auf 10-15 m² &#8220;Aktionswaren&#8221;. Sprich, alles was er will. Der Grundstein f&#252;r die zuk&#252;nftige Entwicklung Kitzingens war somit gesetzt.</p>
<p>Der Eisenwarenh&#228;ndler namens Barreiss konnte nicht mit kostenlosen Parkpl&#228;tzen, einer Waschanlage und Tankstelle dagegen halten. Die Firma gibt es zwar noch, allerdings konzentriert man sich nur noch auf Firmenkunden und den Onlinehandel. &#220;ber 60.000 Bewertungen bei ebay sind die Antwort des alteingesessenen Fachh&#228;ndlers.</p>
<p>Hierauf folgte ein Elektromarkt, der heute der Expert-Kette angeh&#246;rt und sich in der N&#228;he des Globus Baumarktes ansiedelte. Mein Senior wollte schon die Segel streichen, hat sich aber dank der Mobilfunkwelle Ende der 90er Jahre dagegenstemmen k&#246;nnen.</p>
<p>So h&#228;tte alles bleiben k&#246;nnen. Aber nicht f&#252;r die Stadtr&#228;te, welche weitere Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen haben. Der &#246;rtliche E-Center (seines Zeichens der gr&#246;&#223;te im Gebiet Nordbayern-Sachen-Th&#252;ringen) durfte auf 10.000m² anbauen und eigene Ladenfl&#228;chen schaffen, wo heute ein Mister &amp; Lady Jeans sowie ein Deichmann Platz finden. Tankstelle und Waschstra&#223;e gibt es nat&#252;rlich ebenfalls.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Die Firma ALDI baut gerne in der N&#228;he von EDEKA. Also gab es einen ALDI Markt quasi umsonst dazu. Kaufland mag EDEKA auch unglaublich gerne. Also wurde ein weiteres Gewerbegebiet erschlossen. Hier siedeln heute ein Kaufland, ein POCO M&#246;belmarkt, ein ROFU Kinderland, ein Fressnapf und einige kleinere Gewerbebetriebe. Achja. Und <span style="text-decoration: line-through;">ein Puff</span> Bordell..</p>
<p>Damit aber auch andere Lebensmitteldiscounter eine faire Chance haben und jeder Markt der Innenstadt ja nur ca. 5% vom Umsatz wegnimmt, gab es noch ein Gewerbegebiet. F&#252;r einen weiteren ALDI, einen REWE und einen M&#252;ller Drogeriemarkt. Das fand Rossmann &#252;brigens gar nicht lustig &#8211; diesem wurde kurz vorher der Bau vor der Stadt verweigert. Man musste sich in einer kleineren Fl&#228;che in der Innenstadt neben NKD ansiedeln.</p>
<p>Die Innenstadt hat diese &#8220;kleinen&#8221; Ver&#228;nderungen nat&#252;rlich total klasse verkraftet. Von ehemals drei Kaufh&#228;usern existiert nur noch eines &#8211; wo sich die beiden oben genannten Filialen niedergelassen haben. Eine Fl&#228;che steht seit Jahren leer, nachdem ein Mitarbeiter versucht hatte, es vor der Schlie&#223;ung zu retten.</p>
<p>Aus einem Haushaltswarengesch&#228;ft wurde ein Optiker, aus vielen anderen Fl&#228;chen entweder ein B&#228;cker, ein D&#246;nerladen oder eben ein anderer Optiker. Oder das Ladengesch&#228;ft steht leer &#8211; ich wei&#223; von alleine sechs St&#252;ck in unserer n&#228;heren Umgebung. Viele andere k&#228;mpfen um das &#220;berleben oder reduzieren das Personal sowie Werbekosten. So blutet die Innenstadt weiter aus &#8211; ein Flyervergleich am Wochenende wurde ca. 18:3 f&#252;r die gr&#252;ne Wiese entschieden. Die Discounter br&#252;llen einfach lauter.</p>
<p>Sicher kann man den ein oder anderen Lauf der Zeit nicht ver&#228;ndern, wie es unser neuer B&#252;rgermeister Siegfried M&#252;ller gesagt hat, ob wohl er selbst bei einem Projekt (Innenstadt hoch 3) mitmachen wollte. Aber man kann versuchen die Ver&#228;nderungen zu leiten, wie es z.B. in Erlangen vorz&#252;glich geklappt hat. Die Discounter wurden in die Arkaden in der Innenstadt gezwungen, die Innenstadt lebt. Gastronomie und viele andere L&#228;den profitieren indirekt, alle sind zufrieden.</p>
<p>Ich bin jedes Mal ein wenig traurig, wenn ich unsere tote bzw. ausgestorbene Innenstadt sehe. Was war hier fr&#252;her f&#252;r ein Leben vorhanden. Alles kaputt gemacht, wegen einigen Stadtr&#228;ten, welche kurzfristig und beschr&#228;nkt denken und nicht das Ganze sehen.</p>
<p>Ich m&#246;chte mit diesem Beitrag alle warnen, die noch eine intakte Stadt vor sich haben. Kauft dort ein, lasst Euer Geld in Eurer Stadt. Nur dort finden Eure Kinder sp&#228;ter einen Ausbildungsplatz oder auf die Schnelle die n&#246;tigen Schulb&#252;cher etc. Und im Alter m&#246;chte man noch bedient werden und nicht auf 10.000² oder mehr auf verlorenem Posten stehen.</p>
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